Lebensstrategien Teil 5: "Leben auf dem Beifahrersitz - Opferleben"

Leben auf dem Beifahrersitz - Opferleben


Sie haben die Verantwortung für Ihr Leben. Gut oder schlecht, erfolgreich oder nicht, glücklich oder traurig, gerecht oder ungerecht, Ihr Leben gehört Ihnen. Sie tragen jetzt die Verantwortung dafür.

Sie erzeugen die Ergebnisse in Ihrem Leben immer selbst. Wenn Sie Ihren Beruf nicht mögen, sind Sie dafür verantwortlich. Wenn Ihre Beziehung den Bach hinunter geht, sind Sie verantwortlich. Wenn Sie unglücklich sind, sind Sie dafür verantwortlich.

Wie auch immer Ihre Lebensumstände aussehen, dieses Gesetz zu akzeptieren bedeutet, dass Sie nicht länger der Verantwortung dafür ausweisen können, wie und warum Ihr Leben so ist, wie es ist.

Was ist das so wichtig?

Wenn Sie nicht bereit dazu sind, Verantwortung zu übernehmen, werden Sie jedes Ihrer Probleme falsch einschätzen. Wenn Sie es falsch einschätzen, werden Sie es falsch angehen.
Wenn Sie die Dinge falsch angehen, werden sie einfach nicht besser.

Wenn Sie es nicht schaffen, dieses Gesetz zu akzeptieren, wenn Sie die Welt auch weiterhin aus der Sicht des Opfers sehen und als Opfer reagieren, sich an den Glauben klammern, Sie hätten Recht und das Problem könne somit auch nicht ihre Schuld sein, dann werden Sie es nicht schaffen, in Ihrem Leben anhaltende Veränderungen zu erzielen. Sie sind kein Opfer. Sie erzeugen die Situationen, in denen Sie sich befinden. Sie erzeugen die Gefühle, die aus diesen Situationen erwachsen. Das ist keine Theorie, das ist das Leben.
Das sind keine schlechten Nachrichten. Ihre Rolle bei Ihren Problemen zu akzeptieren und Ihre Verantwortung zu bejahen bedeutet, dass Sie es verstanden haben. Es bedeutet, dass die Lösungen in Ihnen liegen.
Während die Anderen immer noch da draußen herumlaufen und diejenigen beschuldigen, die in deren Leben garnicht die Verantwortung für die Ergebnisse tragen, können Sie an den Dingen arbeiten, die wirklich Veränderungen in Ihrem Leben erzeugen werden.

Hören Sie endlich auf, am falschen Fleck nach Antworten zu suchen.
Entwickeln Sie Strategien für Ihr zukünftiges Leben, die Sie an das Steuer lassen, statt Sie auf den Beifahrersitz zu zwingen.
Sie müssen aufhören zu sagen: "Warum tun die mir das an?" und anfangen zu sagen: "Warum tue ich mir das an?
Welche Gedanken, welches Verhalten und welche Entscheidungen kann ich ändern, um ein anderes Ergebnis zu erzielen?"

Dieser Gedankengang steht im Widerspruch dazu, wie Menschen gewöhnlich über diese Dinge denken. Sicherlich widerspricht er nahezu jeder Erklärung über menschliches Verhalten, das die Gesellschaft momentan bietet.
Nach alledem ist es leichter, sich einzureden, dass die Dinge oder Fehler Ihrer Eltern, Ihrer Lehrer, das Ergebnis von Pech oder der gesellschaftlichen Umstände sind.
Es ist leichter, die Verantwortung nicht zu tragen. Es ist leichter, wenn jemand Anderes die Verantwortung trägt - so müssen Sie sich selbst nichts Neues fordern, denn Sie sind ja das Opfer.

Es gibt unendlich viele Bücher über destruktives Familienleben usw. Wenn wir etwas lesen, das uns die Nachricht übermittelt, dass wir nicht verantwortlich sind, fühlen wir zumindest für den Moment eine Erleichterung. Sie sind verletzt, also ist jemand daran schuld. Es müssen die Anderen sein, nicht Sie. Schließlich wurden Sie sich ja nicht selbst verletzen.

Das mag wie gesunder Menschenverstand klingen, aber es stimmt einfach nicht. Wenn Sie ein Erwachsener sind, dann sind Sie verantwortlich.

Sobald Sie diese 2. Regel akzeptieren und sie verinnerlicht haben, werden Sie damit aufhören, Opfer zu sein. Es ist, wie in einem fahrenden Auto zu sitzen. Man kann nicht in dem Auto sitzen, nicht lenken und glauben, man kann das Ganze ohne Unfall überstehen. Nehmen Sie das Lenkrad in die Hand.
Fangen Sie damit an, bewusst absichtlich und aktiv Erfahrungen zu schaffen, die Sie sich wirklich wünschen, statt unter Erlebnissen zu leiden, die sie nicht wollen.


Aus "Lebensstrategien" von Philipp McGraw



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